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title: "Chief AI Officer: Die Rolle gehört nicht in die IT | Carl-Uwe Würfel"
description: "Ein Chief AI Officer im Mittelstand muss Rollen und Abläufe ändern dürfen, sonst verwaltet er Software. Aufgaben, Abgrenzung, Maßstab und vier Prüffragen."
url: https://carl-wuerfel.de/chief-ai-officer
author: Carl-Uwe Würfel
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# Chief AI Officer im Mittelstand: Wer die Abläufe führt, führt auch die KI.

Ein Chief AI Officer wird daran gemessen, ob sich die Arbeit im ganzen Unternehmen verändert, deshalb gehört die Rolle in die Geschäftsleitung und nicht in die IT.

Der naheliegende Weg ist eine neue Stelle, die Werkzeuge auswählt und Piloten betreut. Dann gibt es neue Software, und die Arbeit läuft wie vorher, weil über Rollen und Abläufe an anderer Stelle entschieden wird. Bei SUMAX trage ich die Rolle seit 2023 zusätzlich zu meiner Aufgabe als COO, und heute arbeitet die große Mehrheit der Mitarbeitenden jeden Monat mit unseren eigenen KI-Werkzeugen.

[Carl-Uwe Würfel](https://carl-wuerfel.de/about/carl-uwe-wuerfel)Stand 7\. November 2026[English version](https://carl-wuerfel.de/en/chief-ai-officer)

## Auf dieser Seite

  1. Ohne Mandat für Rollen verwaltet ein Chief AI Officer nur Software.
  2. Das erste Werkzeug kommt nach dem Fundament.
  3. Im Mittelstand passt die Rolle zum COO.
  4. Ein KI-Beauftragter ersetzt keinen Chief AI Officer.
  5. Ein Werkzeug, das niemand öffnet, zählt nicht.
  6. Vier Fragen zeigen, ob die Rolle richtig sitzt.
  7. Häufige Fragen

> Wer ein KI-Ergebnis weitergibt, hat es geprüft und steht dafür gerade. Diese Regel durchzusetzen ist Führungsarbeit, keine Technik.

## Ohne Mandat für Rollen verwaltet ein Chief AI Officer nur Software.

**Folgerung** Setzen Sie die Rolle in die Geschäftsleitung, mit dem Mandat, Rollen und Abläufe zu ändern.

Die Rolle hat vier Teile: eine gemeinsame Plattform statt verstreuter Werkzeuge, Regeln für Freigabe und Datenzugriff, die Kosten jedes KI-Aufrufs und den Umbau von Rollen und Abläufen. Plattform, Regeln und Kosten lassen sich delegieren, die Entscheidung über Rollen nicht. Die neuen Rollenprofile kann ein Team ausarbeiten, über Organisation und Personal entscheidet die Geschäftsleitung. Fehlt dieser vierte Teil, bleibt die Umstellung bei den Werkzeugen stehen. Es gibt neue Software, und alle arbeiten wie vorher. Ein Chief AI Officer ohne Sitz in der Geschäftsleitung ist im Mittelstand deshalb eine halbe Lösung.

Plattform, Regeln und Kosten lassen sich delegieren, die Entscheidung über Rollen nicht.

_Abbildung: Der Chief AI Officer in der Geschäftsleitung verantwortet vier Teile: Plattform, Regeln, Kosten sowie Rollen und Abläufe. Die ersten drei lassen sich delegieren. Beim Umbau der Rollen lässt sich die Ausarbeitung delegieren, die Entscheidung über Organisation und Personal trifft die Geschäftsleitung. Fehlt dieser vierte Teil, bleibt die Umstellung bei den Werkzeugen stehen._

## Das erste Werkzeug kommt nach dem Fundament.

**Folgerung** Regeln Sie Anmeldung, Rechte und Zugänge für alle, bevor eine Abteilung ihr eigenes Werkzeug bekommt.

Die Arbeit beginnt beim Fundament für alle: wer sich anmeldet, wer welche Daten sieht und welcher Zugang für welches Werkzeug gilt. Sicherheit gehört von Anfang an dazu. Bei SUMAX liegt eine eigene Schicht zwischen den Anwendungen und den KI-Modellen. Über sie lässt sich das Modell wechseln, und sie bucht jeden Aufruf mit seinen Kosten. Erst danach kamen Werkzeuge für einzelne Aufgaben. Das Prozesswissen, das vorher über Köpfe und Tabellen verteilt war, liegt heute an einem Ort. Die Werkzeuge entstehen mit den Menschen, die damit arbeiten, denn sie wissen am besten, welcher Schritt Zeit kostet.

## Im Mittelstand passt die Rolle zum COO.

**Folgerung** Wer die Abläufe verantwortet, sollte auch die KI darin verantworten.

Die Umstellung trifft zuerst Abläufe, Rollen und Schulung, also das operative Geschäft. Wer die Abläufe verantwortet, sieht, wo KI Arbeit abnimmt, und kann Rollen direkt anpassen. Deshalb habe ich die Rolle bei SUMAX 2023 zusätzlich zu meiner Aufgabe als COO übernommen. Die technische Grundlage habe ich mit dem Team aufgebaut. Die Rollenbeschreibungen haben wir neu geschrieben, geschult wird mit echten Aufgaben aus dem jeweiligen Bereich. KI übernimmt dabei Routinearbeit, die Menschen bleiben. Wer die Rolle über eingesparte Stellen rechtfertigt, verliert die Leute, die KI-Ergebnisse prüfen müssen. Eine eigene Stelle lohnt sich eher, wenn viele Abläufe gleichzeitig umgestellt werden.

## Ein KI-Beauftragter ersetzt keinen Chief AI Officer.

**Folgerung** Schulen kann ein KI-Beauftragter, den Umbau verantwortet die Geschäftsleitung.

Seit dem 2. Februar 2025 verlangt Artikel 4 [AI Act](https://carl-wuerfel.de/ai-act) von Anbietern und Betreibern Maßnahmen für die KI-Kompetenz ihres Personals. Einen KI-Beauftragten schreibt die Verordnung nicht vor. Ein KI-Beauftragter kann schulen und eine Richtlinie pflegen. Das ist sinnvoll, ändert aber keine einzige Stellenbeschreibung. Der Chief Data Officer kümmert sich um [Datenqualität](https://carl-wuerfel.de/glossar/datenqualitaet) und Datenhaltung, ein Head of AI führt ein Team und die technische Umsetzung. Der Chief AI Officer verantwortet in der Geschäftsleitung, ob sich die Arbeit im ganzen Betrieb verändert. Wer diese Rollen verwechselt, bekommt Schulungen und Software, aber keinen Umbau.

## Ein Werkzeug, das niemand öffnet, zählt nicht.

**Folgerung** Messen Sie die Rolle an Nutzung, Kosten je Aufruf und Ergebnis je Arbeitsstunde.

Der Maßstab ist die Nutzung im Alltag. Bei SUMAX greifen die meisten Mitarbeitenden jeden Monat auf die eigenen KI-Werkzeuge zurück. Eine fünfstellige Zahl an KI-Aufrufen im Monat läuft durch dieselbe Schicht, jeder mit seinen Kosten gebucht. Mehrere zugekaufte Werkzeuge haben wir durch Eigenentwicklungen ersetzt, und je Redaktionsstunde entsteht ein Vielfaches der Fachtexte von 2024. Ein Werkzeug, das niemand öffnet, kostet trotzdem Pflege und Lizenz, deshalb sagt die Zahl der eingeführten Werkzeuge wenig. Entscheidend ist, wer regelmäßig damit arbeitet und welche Aufgabe dadurch schneller erledigt ist.

## Vier Fragen zeigen, ob die Rolle richtig sitzt.

**Folgerung** Gehen Sie die vier Fragen in der nächsten Runde der Geschäftsleitung durch und beginnen Sie beim ersten Nein.

Eine Prüfliste für Inhaber und Geschäftsleitung.

  1. Darf die Person, die KI verantwortet, Rollenbeschreibungen ändern, oder muss sie darum bitten?
  2. Läuft jede KI-Anfrage über eine gemeinsame Grundlage mit Rechten und Kostenbuchung, oder hat jede Abteilung eigene Zugänge?
  3. Weiß jemand, wie viele Mitarbeitende die Werkzeuge jeden Monat nutzen?
  4. Haben die Leute, die KI-Ergebnisse weitergeben, Zeit eingeplant, um sie zu prüfen?

Jedes Nein zeigt eine Stelle, an der die Umstellung bei den Werkzeugen hängen bleibt. Die erste Frage halte ich für die wichtigste, weil ohne sie niemand die anderen drei durchsetzt.

## Aus der Praxis.

  * [Beleg**Die Umstellung bei SUMAX** Vier Ebenen, der Strom der KI-Aufrufe und der Modellschalter.](https://carl-wuerfel.de/systeme)
  * [Person**Profil** Werdegang, Rolle seit 2018 und 2023, Veröffentlichungen.](https://carl-wuerfel.de/about/carl-uwe-wuerfel)

## Häufige Fragen

Was macht ein Chief AI Officer?

Ein Chief AI Officer verantwortet, dass KI im ganzen Unternehmen wirkt, und das heißt vor allem, dass sich Rollen und Abläufe ändern. Dazu gehören eine gemeinsame Plattform, Regeln für Freigabe und Daten und die Kosten jedes KI-Aufrufs. Am Anfang steht das Fundament für alle mit Anmeldung, Rechten und Zugängen, danach folgen Werkzeuge für einzelne Aufgaben.

Braucht ein mittelständisches Unternehmen einen Chief AI Officer?

Es braucht jemanden in der Geschäftsleitung, der die Umstellung verantwortet, eine eigene Stelle muss das nicht sein. Ein COO oder ein anderes Mitglied der Geschäftsleitung kann die Rolle zusätzlich übernehmen, bei SUMAX trage ich sie seit 2023 neben meiner Aufgabe als COO. Ohne diese Verantwortung bauen einzelne Abteilungen eigene Werkzeuge, ohne gemeinsame Regeln, Zugänge und Kostenübersicht.

Was unterscheidet einen Chief AI Officer vom KI-Beauftragten und vom Chief Data Officer?

Ein KI-Beauftragter schult und pflegt Regeln, etwa für die KI-Kompetenz nach Artikel 4 AI Act, vorgeschrieben ist er nicht. Der Chief Data Officer verantwortet Datenqualität und Datenhaltung. Der Chief AI Officer trägt die Ergebnisverantwortung dafür, dass sich Abläufe und Rollen ändern, und entscheidet dafür über Plattform und Budget.

Welche Voraussetzungen braucht ein Chief AI Officer?

Er muss die Abläufe im eigenen Betrieb kennen und Rollen verändern dürfen. Dazu kommen Führungserfahrung und so viel technisches Verständnis, dass er beurteilen kann, was ein KI-Modell leistet und wo es Fehler macht. Programmieren muss er nicht, und einen festen Ausbildungsweg gibt es nicht.

Wie arbeitet ein Chief AI Officer in einer Unternehmensgruppe?

Er sorgt für ein gemeinsames Fundament für alle Gesellschaften: Anmeldung, Rechte, Zugänge und eine Schicht, die jeden KI-Aufruf mit seinen Kosten bucht. Darauf bekommt jede Gesellschaft Werkzeuge für ihre eigenen Abläufe. So bleiben Kosten und Nutzung vergleichbar, und ein Zukauf schließt an dieselbe Grundlage an, statt eine weitere Insel mitzubringen.

Wem berichtet ein Chief AI Officer?

Im Mittelstand sitzt die Rolle in der Geschäftsleitung oder berichtet direkt an Geschäftsführung und Inhaber. Dort fallen die Entscheidungen über Abläufe, Rollen und Kosten ohnehin. Bei SUMAX ist die Rolle Teil der Geschäftsleitung.

## Weiterlesen

  * [**KI im Mittelstand, auch für Unternehmensgruppen**](https://carl-wuerfel.de/ki-mittelstand)
  * [**Was der AI Act für den Mittelstand heißt**](https://carl-wuerfel.de/ai-act)
  * [**KI kaufen oder selbst bauen: Billiger wurde nur der Bau**](https://carl-wuerfel.de/notizen/ki-systeme-kaufen-oder-bauen)
  * [**Begriff: KI-Transformation**](https://carl-wuerfel.de/glossar/ki-transformation)

## Quellen

  1. [Verordnung (EU) 2024/1689 (AI Act), Artikel 4: KI-Kompetenz](https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2024/1689/oj)
  2. [EU-Kommission: Fragen und Antworten zur KI-Kompetenz (englisch)](https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/faqs/ai-literacy-questions-answers)
  3. [Bundesnetzagentur: KI-Kompetenz nach Artikel 4](https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Fachthemen/Digitales/KI/7_Kompetenz/artikel.html)
