20. Februar 2026
Wenn eine neue KI-Lösung auf den Markt kommt, stellt sich für jeden Geschäftsführer dieselbe Frage: kaufen oder selbst bauen? Und die ehrliche Antwort ist: Es kommt darauf an. Aber nicht auf das, worüber meist diskutiert wird.
Nicht auf den Feature-Umfang des Anbieters. Die meisten SaaS-Tools liefern mehr Features als man je braucht. Entscheidend ist, ob die drei Features, die wirklich gebraucht werden, auch wirklich funktionieren.
Nicht auf den Listenpreis. Der Preis in Zeile eins eines Angebots ist selten der Preis, den man am Ende zahlt. Integration, Training, Support, Anpassungen: das summiert sich. Bei eigenen Systemen ist der Aufwand für den ersten Build größer, danach aber gut beherrschbar.
Prozessspezifität. Je spezifischer ein Prozess, desto weniger taugen Standardlösungen. Unsere SEO-Audit-Pipeline verarbeitet Daten in einer Reihenfolge, die kein Off-the-Shelf-Tool abbildet. Ein Zukauftool hätte uns mehr Umwege gekostet als der eigene Build.
Wer das System betreibt. Ein extern eingekauftes System gehört dem Anbieter. Er entscheidet über Updates, Preise, Abkündigungen. Ein selbst gebautes System gehört uns und kann von uns angepasst werden, wenn sich Anforderungen ändern. Bei strategisch wichtigen Prozessen ist das ein echter Vorteil.
Wie lange der Aufwand dauert. Für einen Prozess der drei Monate läuft, lohnt kein eigener Build. Für einen Prozess der täglich läuft und fünf Jahre relevant bleibt, fast immer.
Wir stellen drei Fragen:
Wenn zwei von drei mit Ja beantwortet werden, bauen wir. Wenn nicht, kaufen wir und investieren die gesparte Zeit in einen guten Integrationsprozess.
Das Ergebnis nach drei Jahren: Etwa 60 % unserer KI-Systeme sind selbst gebaut, 40 % zugekauft. Die zugekauften übernehmen Standard-Aufgaben. Die selbst gebauten tragen die Differenzierung.