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Der AI Act gilt. Für unsere Systeme war das ein Nachmittag.

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Der AI Act gilt. Für unsere Systeme war das ein Nachmittag.

Am 2. August 2026 sind die Transparenzpflichten der EU-KI-Verordnung scharf geworden, Artikel 50. In den Wochen davor habe ich viel Panik gelesen und wenig Präzision. Ich schreibe das aus der Sicht von jemandem, der KI-Systeme nicht kommentiert, sondern betreibt.

Zuerst das, was nicht stimmt. Der AI Act verbietet keine KI-Inhalte, er verlangt Transparenz. Er schreibt kein sichtbares Wasserzeichen quer über jedes Bild vor; für die maschinenlesbare Kennzeichnung genügen Metadaten. Und die strengen Hochrisiko-Regeln, vor denen alle warnen, wurden im Digital Omnibus auf Ende 2027 und 2028 verschoben. Wer heute ein Konformitätsverfahren für ein SEO-Tool aufsetzt, löst ein Problem, das er nicht hat.

Was gilt, ist überschaubar. Chatbots müssen sagen, dass sie Chatbots sind. KI-Bilder müssen maschinenlesbar markiert sein. Deepfakes, also Bilder mit real wirkenden Personen, müssen sichtbar gekennzeichnet werden. Und KI-Text nur dann, wenn er über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse informiert, mit einer Ausnahme, sobald ein Mensch ihn redaktionell prüft und verantwortet.

Dieser letzte Punkt ist der interessante. Die Regel belohnt genau das, was gute redaktionelle Arbeit ohnehin ausmacht. Wer KI-Texte ungeprüft rausschickt, hat jetzt zwei Probleme statt einem. Wer prüft, hat beide gelöst.

Für unsere Content-Systeme war die Umsetzung ein Nachmittag, kein Projekt. Erst messen: Ich habe die real erzeugten Bilder geprüft, und die eingesetzten Modelle schreiben die Herkunftskennzeichnung nach C2PA-Standard längst selbst in jede Datei. Über 90 aktive Kundenprofile, alle auf demselben Anbieter. Die maschinenlesbare Pflicht war erfüllt, bevor ich eine Zeile geändert habe. Dann das Kleinste bauen: ein Sicherheitsnetz, das den Marker selbst setzt, falls ein Modell ihn mal nicht liefert, und eine sichtbare Kennzeichnung, die automatisch nur dort erscheint, wo ein Bild fotorealistische Personen zeigt. Beim Text haben wir nichts erzwungen, weil die redaktionelle Prüfung die Ausnahme abdeckt.

Der Punkt ist die Reihenfolge, nicht die Technik. Erst den Ist-Zustand messen, dann die Regel genau lesen statt der lautesten Zusammenfassung, dann das kleinste System bauen, das die Lücke schließt. Bei Regulierung ist das nicht anders als bei einer Kostenkontrolle. Die meisten Unternehmen werden das Gegenteil tun: ein Beratungsmandat, ein Komitee, in sechs Monaten eine Richtlinie, die niemand liest, während die Anpassung zehn Zeilen Code gewesen wäre.

Die ausführliche Fassung mit Fristen-Tabelle, Rollen-Übersicht und den vier Mythen steht unter /ai-act.

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